Glamur – Bewertung globaler und lokaler Lebensmittelketten

Wenn Verbraucher*innen Lebensmittel kaufen, haben ihre Entscheidungen Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Umwelt und das Wohlbefinden von Mensch und Tier. Das von der EU geförderte Projekt GLAMUR (Global and Local Food Chain Assessment: a MUltidimensional performance-based approach) entwickelte eine flexible Methode zur Bewertung dieser Auswirkungen, um politischen Entscheidungsträgern zu helfen, eine nachhaltigere Lebensmittelversorgung zu erreichen.


Unser Zugang zu Lebensmitteln erfolgt über Netzwerke von Unternehmen – manchmal aus unserer unmittelbaren Umgebung, manchmal auch über viel größere Entfernungen. Jedes Netzwerk hat seine Vorteile. Lokale Lebensmittelversorgungsketten können besser sein für die Umwelt und die regionale Wirtschaft, während globale Lieferketten die Verschwendung reduzieren und billige, reichlich vorhandene Lebensmittel liefern können. Was sollten wir unterstützen? Oder haben beide ihren Platz? Um diese und andere Fragen zur Nachhaltigkeit von Lebensmittelketten zu beantworten, hat das GLAMUR-Projekt eine flexible Methode zur Bewertung von verschiedenen Lebensmittelversorgungssysteme entwickelt. Die Methode ist für den Einsatz durch Regierungen und Unternehmen konzipiert und analysiert die ökonomischen, ökologischen, sozialen, gesundheitlichen und ethischen Aspekte der Systeme. Außerdem ermöglicht es den Anwender*innen, sich aus einer Reihe von häufigen Stakeholder-Belangen auf die Aspekte zu konzentrieren, die für sie am wichtigsten sind. Ziel ist es, politischen Entscheidungsträger*innen dabei zu helfen, Lebensmittelversorgungssysteme so zu gestalten, dass sie besser für die Menschen und die Welt um uns herum sind. Die traditionelle Bewertung der Leistungsfähigkeit einer Lebensmittelversorgung konzentriert sich in erster Linie auf niedrige Kosten und Reichhaltigkeit. Dies muss aktualisiert werden, um neue Produktions- und Konsummuster – lokal und global – und neue Verbraucherwünsche zu reflektieren. Das gesamte Spektrum der realen Kosten und Vorteile eines Lebensmittelversorgungssystems – einschließlich Biodiversität und ethischer Kriterien – stellt sicher, dass nichts übersehen wird. Es zeigt auch, wie lokale und globale Ketten sich gegenseitig unterstützen und so die einseitige Ausrichtung auf globale Lieferketten korrigieren können. Durch die Analyse von Lebensmittelketten anhand einer Kombination von Kriterien, die für die Nutzer*innen wichtig sind, wurde die Methode so konzipiert, dass unbeabsichtigte Folgen von Maßnahmen begrenzt werden, die auftreten können, wenn nicht alle Betroffenen konsultiert werden.